Foto: IIT
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03.10.2016 - Brennstoffzellenbusse: 40 Partner des CHIC-Projektes treffen sich in Südtirol

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03.10.2016

Für mehr Brennstoffzellenbusse im öffentlichen Nahverkehr setzt sich das europäische CHIC-Projekt ein. Die Projektpartner haben kürzlich Bilanz über das mehrjährige Vorführungsprojekt gezogen.

Im Safety Park in Pfatten sind dieser Tage rund vierzig Partner des europäischen CHIC-Projekts, welches das Ziel verfolgt, den Einsatz von Brennstoffzellenbussen im öffentlichen Nahverkehr voran zu treiben, zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Bilanz über das mehrjährige Vorführungsprojekt: Die mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenbusse haben sich im städtischen Linienbetrieb bewährt, haben überzeugt und sind eine gute, zuverlässige und vor allem eine abgasfreie Möglichkeit der Mobilität.

Gemeinsam mit Aargau, London, Mailand und Oslo sowie mit Partnern aus Industrie und Forschung ist Südtirol über die Transportstrukturen AG (STA) am gesamteuropäischen CHIC-Projekt beteiligt (CHIC – Clean Hydrogen in European Cities – Sauberer Wasserstoff in europäischen Städten). Seit Herbst 2013 sind in Bozen fünf mit Wasserstoff betriebene und von der EU mitfinanzierte Brennstoffzellenbusse im Einsatz, die lokalen Partner sind der städtische Buskonzessionär Sasa und das Institut für innovative Technologien (iit).

Die Brennstoffzellenbusse sind auf den Stadtbuslinien 10 A und 10 B im Einsatz. Darüber hinaus werden die Fahrzeuge gerne für Veranstaltungen und Aktionen genutzt und sorgen nach wie vor für reges Interesse auch bei zahlreichen Delegationen aus den Nachbarregionen und aus dem Ausland. Monatlich fährt jeder der Busse derzeit rund 5000 Kilometer, bis Ende August 2016 hatten die Busse insgesamt 530.000 Kilometer zurückgelegt.

„Wir wollen Mobilität noch nachhaltiger gestalten und der Einsatz von Brennstoffzellenbussen ist ein Schritt in diese Richtung“, erklärt Mobilitätslandesrat Florian Mussner. Südtirol sei daher bestrebt, sich auch in künftige Förderprogramme für Brennstoffzellenbusse der EU einzuklinken - ein entsprechendes Einvernehmensprotokoll war im Vorjahr an die EU-Kommission überreicht worden, sagt Mussner. Zudem sollen auch Batteriebusse zum Einsatz kommen.

„Der Einsatz von emissionsfreien Bussen fügt sich ein in unser Gesamtkonzept ‚green mobility’, das auf drei Grundsätzen fußt: unnötigen Verkehr vermeiden, Mobilität auf Zug und Bus verlagern und Mobilität qualitativ verbessern“, erklärte STA-Direktor Joachim Dejaco bei der CHIC-Tagung im Safety Park.

Für Projektleiterin Marlene Rinner steht fest: „Im Rahmen des CHIC-Projekts und über die Zusammenarbeit mit Partnern auf europäischer Ebene konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln und entsprechende Daten zur Optimierung dieser Technologie an die Bushersteller liefern.“ Jetzt gelte es auszuloten, wie diese Antriebstechnologie im öffentlichen Nahverkehr noch stärker angewandt und dadurch wettbewerbsfähiger werden kann im Hinblick auf die Anschaffungs- und Betriebskosten.

Die Teilnehmerstädte des CHIC-Projekts jedenfalls waren sich darin einig, dass der eingeschlagene Weg mit dem Einsatz von Elektrobussen, sowohl mit Brennstoffzellen- als auch Batteriebussen, weiter fortgesetzt werden soll und dass die bisherigen Erfahrungen weiter gegeben werden sollen, nach dem Motto: Emissionsfreien Bussen gehört die Zukunft.

Weitere Informationen: www.provinz.bz.it

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