Elektromobilität

Es klingt wie eine kühne Zukunftsprognose: In Europa gibt es mehr Elektroautos als Autos mit Verbrennungsmotoren; 90 Prozent aller Taxis in New York fahren elektrisch; ein Elektroauto stellt einen Geschwindigkeitsweltrekord auf. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Blick in die Vergangenheit: Zurück zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, als Elektroautos ihre höchste Verbreitung fanden. Erst ab etwa 1910 wurden sie zunehmend von Autos mit Verbrennungsmotor verdrängt. Billiges Öl und große Reichweiten verhalfen Benzinmotoren zum Siegeszug. Der Elektro-Antrieb überlebte nur in kleinen Nischen. Etwa im autofreien Schweizer Bergort Zermatt – oder auch in den Mondautos der NASA.

Seit der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert scheint sich aber erneut etwas zu verändern bei den Antriebsvorlieben der Automobilhersteller und -nutzer. ...mehr

Luftverschmutzung, Feinstaub, Klimawandel, Verkehrslärm, Abhängigkeit vom Import fossiler Rohstoffe – es gibt viele Argumente, die gegen den Verbrennungsmotor und für den Elektromotor sprechen. Während ein Elektromotor einen Wirkungsgrad von 90-98 % erreicht, beträgt der Wirkungsgrad von Benzinmotoren gerade einmal 35 %, der von Dieselmotoren maximal 45 %. Trotz Katalysator und Rußpartikelfilter stoßen auch modernste Verbrennungsmotoren noch immer giftige Abgase in die Luft, die wir alle einatmen – wie wir mittlerweile wissen, werden die Schadstoff-Grenzwerte oft nur auf dem Prüfstand eingehalten. Die Weltgesundheitsorganisation warnt zum Beispiel davor, dass die Abgase von Dieselmotoren Lungenkrebs verursachen. Dazu kommt die Problematik des Treibhausgases CO2, das bei Verbrennungsmotoren in großen Mengen produziert wird.

Moderne Elektroautos sind mindestens genauso komfortabel, agil und spurtstark wie Benzin- und Dieselautos, schonen aber Nachbarn und Umwelt vor Lärm und Abgasen. Kein Wunder, dass das Thema Elektromobilität in aller Munde ist, und von vielen Fahrzeugherstellern mit großem finanziellem und technischem Aufwand vorangetrieben wird. Tesla Model S, BMW i3, VW e-up!, Renault Zoe & Co. sind hervorragend dazu geeignet, die automobile Elektromobilität aus ihrer Nische zu befreien und den Autoverkehr umweltverträglicher zu machen. Massiv unterstützt werden sie dabei von vielen Staaten und Städten.

Das gilt auch für Südtirol. Hier wird sogar ausreichend sauberer Strom erzeugt, um Elektroautos oder auch Wasserstoffbusse umweltfreundlich anzutreiben. Auch gibt es zahlreiche engagierte Akteure, die Initiativen wie die Roadshow Elektromobilität und Dolomiten-Rennen mit Elektrofahrzeugen organisieren oder mit dem Umstieg auf Elektrofahrzeuge eine Vorreiterrolle übernehmen. Intensiv gearbeitet wird in Südtirol an einem immer dichteren Ladesäulen-Netz für E-Autos. Im täglichen Betrieb sind Elektrofahrzeuge sowieso billiger als Verbrennerfahrzeuge, dank der in Südtirol eingeführten Kaufprämie sind sie nun auch im Ankauf bis zu 4.000 € günstiger.

Wann uns all diese Bemühungen wieder zurück in die Vergangenheit, also zur führenden Position von Elektrofahrzeugen, bringen werden? Das wird sich noch zeigen. Sicher ist jedenfalls: Die Elektromobilität hat Zukunft.

 

 

 

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12.09.2016

ECOdolomites