Wie teuer sind Elektroautos?

Elektromobilität macht Spaß und sie ist umweltfreundlich – aber Elektrofahrzeuge sind teuer. Betrachtet man hingegen nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Betriebskosten, dann kann man mit einem Elektrofahrzeug sogar Geld sparen.

Der erste Eindruck beim Testen eines Elektroautos ist immer ähnlich: Wow, der hat ja eine stärkere Beschleunigung als ein Verbrenner! Man hört ja überhaupt nicht, dass der Motor an ist! Der fährt ja wie von alleine! Elektromobilität ist eben nicht nur umweltfreundlich, sie macht auch Spaß. Das wird jeder bestätigen, der schon einmal selbst am Steuer eines Elektroautos saß – zum Beispiel bei der Roadshow Elektromobilität.

Aber Elektromobilität kostet auch einiges an Geld. Aufgrund der noch immer teuren Batterien sind Elektroautos in der Anschaffung spürbar teurer als Autos mit Diesel- oder Benzinmotor, der Mehrpreis für die Elektroversion beträgt bei den meisten Modellen mehr als 5.000 €. Deutlich mehr Geld ausgeben für ein Auto mit weniger Reichweite – macht das Sinn?

Wenn man die Sache bis zum Ende durchrechnet, durchaus. Da Elektromotoren deutlich effizienter arbeiten als Verbrennungsmotoren, brauchen sie deutlich weniger Energie. Hinzu kommt, dass Strom wesentlich billiger ist als Benzin oder Diesel. Bei jedem Kilometer, den man mit einem Elektrofahrzeug zurücklegt, spart man gegenüber dem Verbrenner also bares Geld. Auch im Unterhalt sind Elektroautos günstiger, Ölwechsel und Verschleißteile wie Kupplung oder Auspuff gehören der Vergangenheit an. Hinzu kommt eine steuerliche Ersparnis: Elektroautos sind in Südtirol fünf Jahre lang von der staatlichen Autosteuer befreit. Auch in den Folgejahren müssen nur 22,5 % der normalen Steuer bezahlt werden. Bei den laufenden Kosten sind Elektrofahrzeuge also deutlich billiger. Betrachtet man nicht nur den Kaufpreis, sondern die sogenannten „Total Cost of Ownership“ (TCO), also sämtliche Ausgaben, die man im Laufe eines Autolebens für das Auto tätigt, dann kann mit einem Elektroauto insgesamt durchaus Geld sparen.

Seit 2017 gibt es in Südtirol für Elektrofahrzeuge zudem Kaufprämien von bis zu 4.000 €, sodass E-Fahrzeuge nun auch im Ankauf deutlich günstiger sind. Diese Prämien sind Teil des Maßnahmenpaketes #greenmobilitybz, das von der Arbeitsgruppe Green Mobility ausgearbeitet wurde um die nachhaltige Mobilität in den Vordergrund zu rücken.

Mit dem Kostenrechner des Öko-Instituts Freiburg kann man die Kosten für ein Elektrofahrzeug den Kosten eines Verbrennerfahrzeuges gegenüberstellen. Wir haben anhand der verschiedenen Motorisierungsvarianten eines VW Golf eine Berechnung durchgeführt. Angenommen das Auto wird 8 Jahre lang und jeweils 15.000 km genutzt, ergibt der Vergleich, dass die Instanthaltungskosten beim elektrisch betriebenen Golf deutlich niedriger sind, auch wenn das Modell in der Anschaffung teurer ist. So spart man mit einem Elektroauto jährlich bis zu 600 € gegenüber dem mit Diesel betriebenen Golf, rechnet man die Kaufprämien des Landes auf die Betriebszeit von 8 Jahren auf, ergibt sich gar eine jährliche Ersparnis von mehr als 1000 €. Somit spart man rund 9.000 € beim Kauf eines Elektroautos. Natürlich hängen die Kosten stark mit der jeweiligen Nutzung zusammen. Mit mehr gefahrenen Kilometern steigt auch die Rentabilität der Elektroautos. Insbesondere in Fuhrparks, wo die Autos häufig im Einsatz sind, können sich Elektroautos also auch finanziell durchaus lohnen.

Ein Gewinn sind Elektroautos auf jeden Fall für die Umwelt: kein Lärm, keine Abgase, bei der Nutzung von regenerativem Strom auch kein CO2-Ausstoß. Und: Ein Elektroauto fahren macht einfach Spaß!

Kostenvergleich

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22.06.2015 − Elektromobilität 

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