Wanderparadies Südtirol

Zu-Fuss-Gehen

Zu Fuß gehen wird in Südtirol oft mit Wandern gleichgesetzt. Das 16.000 Kilometer lange Südtiroler Wanderwegenetz bietet für Einheimische wie für Touristen viele spannende Touren, die meistens umweltfreundlich mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sind.

Almhütten und alpine Steige, Bergseen und Burgen, Promenaden und Panoramawege: Es ist mehr als verständlich, dass Wandern in Südtirol sehr beliebt ist. Die Vielfalt der Landschaft sowie der Fauna und Flora führt dazu, dass viele Südtirol-Urlauber vor allem zum Wandern hierher kommen. Auch die Einheimischen erklimmen gerne ihre Berge, sei es beim Speedhiking nach Feierabend oder bei Gipfel-Touren am Wochenende. Insgesamt umfasst das Südtiroler Wanderwegenetz etwa 16.000 Kilometer. Wenn man jeden Tag fünf Kilometer „neue“ Wege wandern würde, bräuchte man fast neun Jahre, um das gesamte Wanderwegenetz Südtirols kennenzulernen.

Das Wanderwegenetz in Südtirol ist nicht nur eines der dichtesten der ganzen Welt, es ist auch hervorragend markiert und ausgebaut. Die Sektionen und Ortsstellen des Alpenvereins Südtirol investieren viel Geld und vor allem ehrenamtliche Arbeitsstunden, damit der gute Zustand des Wanderwegenetzes erhalten bleibt. Auch der Club Alpino Italiano (CAI), Tourismusvereine, Naturparke und der Nationalpark Stilfserjoch sind Wegehalter. Entstanden ist die Wanderwegeinfrastruktur in Südtirol ab den 1880er Jahre. Damals hatten vor allem der Deutsche und der Österreichische Alpenverein begonnen, in den gesamten Ostalpen ein ausgedehntes Netz an Hütten und Wegen anzulegen, das noch heute die Basis der Wanderinfrastruktur darstellt.

Zu Fuß gehen ist ohne Frage die umweltfreundlichste aller Fortbewegungsarten. Wanderer hinterlassen beim Wandern in den Bergen weder Lärm noch Luftverschmutzung. In den Tälern rollen dagegen Blechlawinen zu den Großparkplätzen am Einstieg in die Wanderwege und bringen die bekannten Probleme des Autoverkehrs mit sich. Warum eigentlich der ganze Lärm, die Luftverschmutzung und der CO2-Ausstoß bei der An- und Abreise zur Wanderung? Der öffentliche Nahverkehr in Südtirol ist gut ausgebaut, auch die Seitentäler sind in der Regel im dichten Takt angebunden. Und aus einem großen Bus-Fenster kann man die Berge viel besser betrachten als aus dem Auto.

Ein großer Vorteil von Wanderungen mit Bus und Bahn besteht auch darin, dass Überschreitungen von Tal zu Tal möglich werden und Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung nicht identisch sein müssen. Der Meraner Höhenweg, aufgesplittet auf mehrere Tagestouren? Dank Bus, Zug und Seilbahn kein Problem. Von Villnöß zur Brogleshütte und nach St. Ulrich absteigen? Wäre nicht möglich, wenn man wieder zum Auto zurück wandern müsste.

Die Kombination von Wandern und öffentlichem Nahverkehr ist in den vergangenen Jahren immer einfacher geworden: Die Fahrpläne von Bus und Bahn in Südtirol wurden deutlich verdichtet. Angebote wie der Südtirol Pass und die MobilCard sorgen dafür, dass der öffentliche Nahverkehr meistens auch günstiger ist als das Auto. Die Suche nach Busfahrplänen ist dank der elektronischen Auskunft des Südtiroler Verkehrsverbundes und der „Südtirol To Go“-App deutlich einfacher geworden und auch von unterwegs aus jederzeit möglich. Fehlt nur noch die Empfehlung, welche Wanderung man machen kann und ob eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist. Hier helfen zum Beispiel das Tourenportal Sentres und die Wanderführer-Serie „Wandern ohne Auto“ des Alpenvereins Südtirol. Damit nicht nur das Wandern zum Genuss wird, sondern schon die Anreise komfortabel ist.

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