Shuttlebus-Service bei der „Nacht der Keller“

Best Practices

Wenn die „Nacht der Keller“ ruft, dann schwärmen tausende Weinliebhaber an die Südtiroler Weinstraße, um schöne Kellereien zu bestaunen und gute Tropfen zu verköstigen. Das Auto können die Besucher dank eines gut durchdachten Shuttledienstes getrost zu Hause stehen lassen.

Als krönender Abschluss der „Südtiroler WeinstraßenWochen“ lockt seit mittlerweile zehn Jahren die „Nacht der Keller“ zum Weinkeller-Hopping zwischen Terlan, Bozen und Salurn. Unter imposanten Kellergewölben wird sowohl in den großen Kellereien als auch in privaten Weingütern Wein genossen und besprochen.

Zur heurigen „Nacht der Keller“ am 11. Juni 2016 haben sich mehrere Tausend Besucher eingefunden, was natürlich ein gewaltiges zusätzliches Verkehrsaufkommen bedeutet. Um zu verhindern, dass die Besucher mit dem eigenen Auto anreisen und zwischen den einzelnen Weinkellereien pendeln, wurde von den Organisatoren ein Shuttledienst angeboten. Rund 70 % der Besucher haben von diesem Service Gebrauch gemacht. Viele weitere Besucher sind zu Fuß oder – vor allem in Bozen – mit dem Fahrrad zu den Kellereien gekommen.

Insgesamt 31 Kellereien und Weingüter konnten bei der heurigen „Nacht der Keller“ besichtigt werden; insgesamt 25 Shuttlebusse haben dafür gesorgt, dass sämtliche Orte bequem und umweltfreundlich erreicht werden konnten. Dabei sind zwischen Bozen und Salurn im 30-Minuten-Takt große und bequeme Reisebusse gependelt, während die Besucher etwa in Eppan und Kaltern auf Kleinbusse umsteigen konnten. Diese sind dann von Kellerei zu Kellerei gefahren. Organisiert wird der Shuttledienst vom Verein Südtiroler Weinstraße gemeinsam mit dem Konsortium der Südtiroler Mietwagenunternehmer (KSM) im LVH. 

Es versteht sich von selbst, dass so ein Shuttleservice nicht nur organisiert, sondern auch finanziert werden muss – beim Einsatz von 25 Bussen mit 25 Fahrern kein billiger Spaß. Trotzdem kostete der Service, der zwischen 17 Uhr und 1:30 Uhr Nachts angeboten wurde, die Besucher nur 5 € pro Kopf. Damit deckt der Fahrkartenverkauf nur einen Teil der Kosten des Shuttledienstes ab. Den Rest der Spesen haben die Sponsoren Raiffeisen und KSM sowie die Mitglieder des Vereins Südtiroler Weinstraße, also Gemeinden, Tourismusvereine und Kellereien, übernommen. Trotz der hohen Kosten wird der Shuttledienst von den beteiligten Akteuren nicht in Frage gestellt, „denn es ist klar, dass das Event ohne diesen Dienst nicht funktionieren würde. Vor allem die kleineren Kellereien und Weingüter verfügen nicht über ausreichend Parkplätze und sind sehr schwer zu finden, hätten somit also deutlich weniger Besucher. Zusätzlich umgehen wir mit dem Shuttleservice auch das Problem der Vereinbarkeit von Weingenuss und Fahrtüchtigkeit“, erklärt Stefanie Pramstrahler, die Geschäftsführerin des Vereins Südtiroler Weinstraße.

Der erfolgreiche Shuttleservice während der „Nacht der Keller“ zeigt, wie Veranstaltungsverkehr komfortabel, umweltfreundlich und ganz ohne Autonutzung abgewickelt werden kann. Die „Nacht der Keller“ ist damit ein Best Practice für andere Großveranstaltungen in ganz Südtirol.

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