Roadmap Smart Alpine Mobility

Wie will Südtirol zur alpinen Modellregion für eine nachhaltige Mobilität werden? Die Roadmap Smart Alpine Mobility von Fraunhofer Italia weist den Weg.

Die tiefgreifenden Veränderungen von Klima und Umwelt durch den Menschen stellen uns vor große Herausforderungen. Wie können wir nicht nur unseren Lebensstandard, sondern auch unsere einzigartige Natur erhalten? Wie kann der globale CO2-Ausstoß gesenkt werden? Solche Fragen führen auch hierzulande zu nachhaltigen Lebensweisen und Entwicklungen. Einer der zentralen Bereiche ist dabei die Mobilität. Das ehrgeizige Ziel? Südtirol soll zur alpinen Modellregion im Bereich nachhaltige Mobilität werden – unter Mitwirkung von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie der gesamten Bevölkerung. Denn nur solch breit getragene Lösungen haben auch Aussicht, langfristig zu wirken und zum fixen Bestandteil im Südtiroler Alltag zu werden.

Fraunhofer Italia hat im Auftrag des Ressorts für Mobilität und der BLS eine allumfassende Strategie entwickelt, wie Südtirol zur Modellregion für nachhaltige alpine Mobilität werden kann – die Roadmap Smart Alpine Mobility. Im Fokus der Roadmap stehen ein Ausbau der Radmobilität, der Elektromobilität sowie der Intermodalität. In einem ersten Schritt wurden bei der Entwicklung der Roadmap die lokalspezifischen Rahmenbedingungen in Bereichen wie Technologie, Wirtschaft, Klima, Geografie und Verkehrswesen identifiziert und analysiert. Auf ihrer Basis wurde dann eine Vision für eine nachhaltige Modellregion Südtirol entwickelt. Konkrete Maßnahmenvorschläge und Handlungsempfehlungen weisen den Weg, wie die Vision Wirklichkeit werden kann.

Aus den Analysen und Empfehlungen der Roadmap ist in Absprache mit Beteiligten aus Gemeinden, Region, Wirtschaft und Wissenschaft das „Maßnahmenpaket Green Mobility“ hervorgegangen, das eine Reihe von nach Machbarkeit und Priorität geordneten Maßnahmen beinhaltet, die in Südtirol umgesetzt werden sollen. Die einzelnen Maßnahmen werden von der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) koordiniert und von zahlreichen Akteuren in Südtirol schrittweise umgesetzt. Das Maßnahmenpaket wurde im Dezember 2014 von der Landesregierung gutgeheißen. Neun Maßnahmen sollen nun prioritär umgesetzt werden:

  • E-Infrastruktur: Errichtung von 30 Schnell-Ladesäulen bis 2018
  • E-volution: 1.000 Elektroautos bis 2020
  • E-Gem: Entwicklung einer Benchmark-Gemeinde für nachhaltige Mobilität
  • E-Motion: Entwicklung einer Schaufenster-Region sanfter Tourismus
  • Südtirol radelt: Etablierung des Südtiroler Fahrradwettbewerbs
  • In-Betriebe: Nachhaltige Mobilitätsplanung in Südtiroler Unternehmen
  • Car-Sharing: Flottenausbau mit E-Autos
  • Bike-Sharing: Pilotprojekt in Meran
  • Auf Kurs: Mobilitätsmanagement-Kurs für Planer und Entscheidungsträger

Diese neun prioritären Maßnahmen, aber auch fortlaufende Initiativen wie z.B. die Schulprojekte im Rahmen der Kampagne „S.O.S. Zebra“ und die Roadshow Elektromobilität sowie weitere aus der Roadmap abgeleitete Maßnahmen sollen in den nächsten Jahren dazu beitragen, dass Südtirol zur Modellregion für nachhaltige alpine Mobilität wird.