Elektromobilität in Südtirol

Elektromobilität

Der Ausbau der Elektromobilität ist eine wichtige Voraussetzung, um die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf Mensch und Umwelt zu reduzieren. Wie weit ist dabei Südtirol?

In vielen Ländern Europas wird daran gearbeitet, dass Elektroautos zunehmend für den Alltagsgebrauch zum Einsatz kommen. Auch in Südtirol soll die E-Mobilität ins Rennen kommen. Denn gerade in einer sensiblen alpinen Landschaft stellt die Elektromobilität eine Chance dar, die negativen Auswirkungen eines auf fossilen Brennstoffen basierten Verkehrs zu beschränken. 

Auch bei dieser Technologie stellte sich aber die berühmte Frage nach der Henne und dem Ei. Ohne Ladesäulen keine Elektroautos – doch ohne Elektroautos baut niemand Ladesäulen: Dieser Konflikt ist vielerorts eine Bremse für die Elektromobilität, die nur dann tragfähig und für alle zugänglich werden kann, wenn das eigene E-Auto oder E-Bike ohne allzu große Schwierigkeiten aufgeladen werden kann. Die Errichtung der Ladeinfrastruktur stellt damit eine zentrale Herausforderung dar, um die Elektromobilität in Gang zu bringen. Hier nehmen Südtirols Energieversorger eine Vorreiterrolle ein: Sie errichten schon heute Elektroladesäulen, obwohl erst wenige E-Autos im Umlauf sind.

Neben der Stromversorgung sind im Moment auch die Anschaffungskosten eine Bremse für die Verbreitung von E-Autos. Über einen etwas längeren Zeitraum gesehen zahlt sich das E-Auto jedoch nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell aus. Denn Strom ist wesentlich billiger als Benzin; zusätzlich verbrauchen Elektrofahrzeuge aufgrund des höheren Wirkungsgrades ihres Motors weniger Energie. Auch der Wartungsaufwand fällt bei ihnen geringer aus als bei Verbrennungsmotoren.

Wie viel Elektromobilität gibt es in Südtirol schon?

Der Bestand an Elektrofahrzeugen in Südtirol ist zwar noch nicht sehr bedeutend, trotzdem wird das Angebot und die Entwicklung hin zum Elektroauto sukzessive ausgebaut. Vorreiter sind dabei Unternehmen wie die Etschwerke, die ihren Fuhrpark schrittweise auf Elektrobetrieb umstellen – teils durch Neuankäufe von E-Autos, teils durch die Umrüstung alter Fahrzeuge. Auch Carsharing Südtirol hat bereits erste E-Autos in sein Angebot aufgenommen. Mit solchen Initiativen wird ein wichtiges Zeichen gesetzt und Mitarbeitern, Kunden sowie der gesamten Bevölkerung die Möglichkeiten der E-Mobilität aufgezeigt.

Das Netz der Elektro-Ladesäulen in Südtirol wird schrittweise ausgebaut. Die meisten Ladesäulen stehen in Bozen und Meran, aber auch in zahlreichen anderen Gemeinden von Naturns bis Eppan und vom Ultental bis ins Gadertal findet man mittlerweile Ladesäulen, an denen Elektroautos aufgeladen werden können. Entlang der Brennerautobahn sollen zudem in den nächsten Jahren mehrere Schnellladesäulen entstehen.

Eine Form der Elektromobilität, zu der in Südtirol intensiv geforscht wird, ist der Wasserstoffantrieb. Es ist durchaus denkbar, dass zukünftig batterie-elektrische Fahrzeuge zusätzlich mit einer kleinen Wasserstoff-Brennstoffzelle ausgerüstet werden, um das Reichweitenproblem ein für alle Mal zu lösen. Eine erste Südtiroler Wasserstofftankstelle gibt es bereits im neuen Wasserstoffzentrum in Bozen Süd, weitere sind in Planung, und Wasserstoff-Autos sind in Südtirol auch schon im Einsatz.

Elektromobilität muss aber nicht unbedingt vier Räder haben, auch mit zwei Rädern lässt sich die Südtiroler Bergwelt er-fahren: in den Fahrrad-Verleihstellen von Südtirol Rad und auch bei anderen Anbietern im Tourismusbereich gibt es die Möglichkeit, E-Bikes und Pedelecs auszuleihen. Damit kann man Ausflüge machen oder einen Tag lang ein E-Bike im Alltag testen.

diesen Artikel teilen