ECOdolomites

Elektromobilität

Nach dem Motto "Let's change - Let's join - Letsmove" zeigt die Veranstaltung ECOdolomites alljährlich, wie man geräuschlos über die lärmgeplagten Dolomitenpässe fahren kann. Die Veranstaltung macht Lust auf die Alternative Elektromobilität.

Schroffe Felsen, stille Bergseen, schöne Berghütten, saftige Wiesen, sanfter Wandertourismus – aber leider auch satter Motorenlärm: Die einzigartige Schönheit des Weltnaturerbes Dolomiten mit seinen spektakulären Passstraßen zieht nicht nur Radfahrer und Reisebusse, sondern auch Motorradfahrer und monströse Caravans an. Besonders beliebt: die berühmte „Sellarunde“ mit den Serpentinen von Sellajoch, Pordoijoch, Campolongopass und Grödner Joch, die vor allem im Sommer entsprechend voll und laut ist.

Denn Motorengeräusche sind im Gebirge lauter als anderswo. Auch weil meist in niedrigeren Gängen und mit höheren Drehzahlen gefahren wird. Vor allem aber verursacht die Topographie einen sogenannten „Amphietheater-Effekt“, durch die Reflexion an den Hängen wird der Verkehrslärm auch in großen Höhen noch wahrgenommen. Oberhalb der Baumgrenze wird der Effekt dadurch verstärkt, dass es weniger Boden und Vegetation gibt, die den Lärm absorbieren könnten. Inversionswetterlagen sowie Berg- und Talwind-Zirkulation können die Lärmsituation weiter verschärfen.

Was tun gegen den Lärm? Eine Maut kassieren, in der Hoffnung, dass das Verkehrsaufkommen dann abnimmt? Fahrverbote für Motorräder, zumindest am Wochenende? Oder gleich für alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor? Was ist wichtiger: die Einnahmen, die dank der motorisierten Lärmproduzenten generiert werden oder die Schäden, die diese in der sensiblen alpinen Umwelt verursachen? Solche Fragen haben sich auch Verantwortungsträger in Alta Badia und Gröden gestellt – und eine Lösung gefunden: Elektromobilität. Das Event ECOdolomites wurde ins Leben gerufen, um zu zeigen, wie die Passstraßen wirken, wenn sie von lautlosen und umweltschonenden Fahrzeugen überquert werden.

Seit der ersten Auflage im September 2010 unterbieten sich stolze Besitzer und Anbieter von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bei einer Fahrt um die vier Dolomitenpässe rund um den Sellastock einmal im Jahr gegenseitig in ihrem Energieverbrauch. Und spielen ihre Vorteile gegenüber Verbrennungsmotoren noch besser aus als im Flachland. Denn beim Bergabfahren können Elektrofahrzeuge Energie zurückgewinnen und im Akku speichern.

Das Event ECOdolomites hat sich mittlerweile etabliert und wird jedes Jahr aufs Neue veranstaltet – unter der Schirmherrschaft der Stiftung Dolomiten UNESCO und der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol. Seit 2013 werden die Passstraßen am ECOdolomites-Wochenende auch teilweise für Stinker und Lärmer mit Verbrennungsmotor gesperrt – so wie es beim „Sellaronda Bike Day“ auch üblich ist. All diese Events tragen dazu bei, Lösungen bzw. Alternativen für das Verkehrsproblem in den Dolomiten zu finden. Denn wer einmal erlebt hat, wie viel mehr an Lebensqualität weniger Lärm bedeutet, hört nicht mehr auf, über eine nachhaltige Mobilität im Weltnaturerbe nachzudenken. 

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