Die Mobilitätsstrategie der Gemeinde Mals

Best Practices

Verkehr vermeiden – Verkehr verlagern – Verkehr verträglicher machen. Diesen Dreiklang hat sich die Gemeinde Mals in ihrer Mobilitätsstrategie auf die Fahne geschrieben – und erfüllt die selbstgesteckte Zielsetzung mit zahlreichen vorbildlichen Maßnahmen.

Viele Gemeinden kennen diese Probleme: Die Siedlungsentwicklung am Ortsrand führt zu immer mehr Verkehr, weil die Menschen plötzlich ein Auto brauchen, um im Dorf einzukaufen. Kinder werden mit dem Auto in die Schule gefahren und das soziale Leben im Dorf leidet, weil die Bewohner aneinander vorbei fahren oder vom Autoverkehr an den Rand der Straße verdrängt werden.

Auch Mals kannte diese Probleme und hat sich daran gemacht, diese konsequent zu lösen. So wurden Anreize geschaffen, damit wieder im Ortszentrum gebaut oder saniert wird und nicht nur auf neue Wohnbauzonen auf der grünen Wiese ausgewichen wird. Die Straße zur Schule wurde für den Verkehr gesperrt und Straßenübergange durch Schülerlotsen gesichert. Außerdem wurde das Gemeindezentrum in eine Fußgängerzone umgewandelt und der öffentliche Raum den Gastbetrieben zur Verfügung gestellt. „Wenn man angenehme Aufenthaltsbereiche schafft, dann gehen die Menschen auch wieder zu Fuß“, erklärt Bürgermeister Ulrich Veith den Erfolg der Fußgängerzone. Aber nicht nur im Ortszentrum wurde der Fußverkehr gefördert: die Wiederinbetriebnahme von alten Waalwegen und die Schaffung neuer Wegverbindungen machen Spaziergänge im Dorf sowohl für Einheimische als auch für Gäste attraktiver. Auch Bus und Fahrrad sind in Mals gut genutzte Alternativen: Der neu eingerichtete Citybus ist so erfolgreich, dass sein Angebot demnächst weiter ausgebaut werden soll. Das Ziel ist es, sämtliche Fraktionen der Gemeinde an sieben Tagen in der Woche von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends im Stundentakt anzufahren. Nicht zuletzt wurden die Radwege zwischen den einzelnen Fraktionen ausgebaut und 10 E-Fahrräder angekauft. Diese können von der Bevölkerung kostenlos ausprobiert werden. Einige Dorfbewohner waren von den E-Bikes so begeistert, dass sie mittlerweile selbst eines gekauft haben. Um den Individualverkehr einzubremsen, wurden laut Bürgermeister Veith in den letzten Jahren „mehr Straßen zurückgebaut, als gebaut wurden“. Natürliche Engstellen werden bewusst nicht beseitigt, da weniger Tempo automatisch mehr Verkehrssicherheit bedeutet.

Natürlich ist auch in Mals das Auto oftmals unverzichtbar – man muss aber nicht gleich selbst eines besitzen und für teures Geld unterhalten. Mals ist nämlich eine Pioniergemeinde, was das Carsharing in Südtirol betrifft: Mals war die erste Gemeinde, die für Carsharing Elektrofahrzeuge angekauft hat. Die Gemeinde selbst geht beim Carsharing mit gutem Beispiel voran und hat mittlerweile das Gemeindefahrzeug verkauft, ebenso wie manche Familie ihr Zweitauto.

Aufladen kann man die Elektrofahrzeuge neuerdings nicht mehr nur an den zwei Wallboxen in der Gemeinde-Tiefgarage, sondern auch an einer der ersten Schnell-Ladesäulen Südtirols. Die Ladesäule wurde bewusst im Ortszentrum errichtet: Während das Auto Strom lädt, kann die Wartezeit bequem in der Fußgängerzone für eventuelle Erledigungen oder für einen gemütlichen Kaffee genutzt werden.

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