Die Bahn kommt: Reisen mit besserem Gewissen

Mobilität und Umweltschutz sind aktuell ein viel diskutiertes Thema. Doch wie grün wird eigentlich gereist, wenn es nicht darum geht, am Arbeitsplatz, sondern im Urlaub anzukommen?

Wir, das greenmobilitybz-Team, sind sehr gespannt auf unseren Geschprächspartner, gilt er doch als Südtiroler Pionier für ein Umdenken im Reisegeschäft. “Seit der Gründung der Reiseagentur vor 17 Jahren hat sich das Reiseverhalten stark verändert. Heute sind sich unsere Kunden bewusst(er), dass Urlaub und Reisen auch einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen.”, berichtet uns Wolfgang Niederhofer, Inhaber der Reiseagentur Vai-e-Via.

Die Wahl des Verkehrsmittels als Entscheidungskriterium

“Für ⅓ meiner Kunden spielt die Wahl des Verkehrsmittels noch keine Rolle, aber dieses Drittel ist im Schrumpfen begriffen”- und laut Wolfgang ist eine Trendumkehr nicht zu erwarten. Die Bereitschaft der Kunden, an Stelle des Flugzeuges auch die Bahn in Betracht zu ziehen, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Laut dem Experten ermöglichen heute viele Reiseangebote, das Fliegen durch eine Bahnfahrt zu ersetzen. Eine wichtige Voraussetzung, damit die Kunden die Alternative Bahn auch akzeptieren, ist, dass die Bahnreise nicht eine Herabstufung der Qualität des Reiseangebots mit sich bringt. “Die Bahn darf nicht als ein ‘Downgrading’ wahrgenommen werden”, bringt es der Globetrotter auf den Punkt.

Investitionen in Bahninfrastruktur sind Voraussetzung

Die Bahn bringt für bestimmte Reiseziele einen System-Vorteil. Dies gilt aber nur dann, wenn die Infrastruktur und der Service kontinuierlich modernisiert werden. “Da nützt auch kein moderner Hochgeschwindigkeitszug, wenn der restliche Service nicht auf der Höhe der Zeit ist”. Vor allem für Reisen nach Italien, Deutschland oder Frankreich ist es heute nicht mehr notwendig in den Flieger zu steigen. “Die CO2-Einsparungen, die dadurch möglich sind, verbessern die individuelle C02-Bilanz enorm”, so der Reise-Profi.

Bei vielen Fernreisen ist das Fliegen eine Notwendigkeit, aber auch hier hat der Reiseexperte einen Tipp parat: “Wir empfehlen unseren Kunden bei Fernreisen die Aufenthaltsdauer zu verlängern. Für die Umwelt ist es besser, alle drei Jahre eine Fernreise für drei Wochen zu buchen, als jedes Jahr für eine Woche eine interkontinentale Flugreise in Kauf nehmen.”

Das Reisen auf dem Landweg hat für Herrn Niederhofer einen besonderen Reiz und dies ist für den pragmatischen Unternehmer auch nicht weiter verwunderlich: “Schlussendlich sind wir Menschen ja Landlebewesen!”

Die Destination Südtirol auf dem richtigen Weg

Im Vergleich zu anderen Ferienregionen hat Südtirol als Urlaubsdestination in den vergangenen Jahren laut Herrn Niederhofer Vieles richtig gemacht. “Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Mobilitätskette und in diese Richtung muss die Reise – wortwörtlich – auch weiter gehen!”


Die Kampagne #greenmobilitybz portraitiert Menschen in Südtirol, die nachhaltige Mobilität aktiv leben. Jeder vermeidet, verlagert oder verbessert den Verkehr auf seine eigene Art und Weise – wir alle können dazu beitragen. Das Land Südtirol unterstützt den Umstieg auf die Elektromobilität mit einer Ankaufprämie für E-Fahrzeuge und Heimladestationen für Unternehmen und Privatpersonen. Mehr dazu unter #greenmobilitybz #101argumente

16.03.2018 − Mobilität und Nachhaltigkeit