Der Pedibus

Zu-Fuss-Gehen

Sicher und gesund zur Schule – in Gesellschaft der Mitschüler statt im Familienauto: Das Projekt Pedibus überzeugt diesseits und jenseits des Brenners.

In manchen Teilen der Welt sind Schulwege sehr lang, mühsam, oft gefährlich. In anderen Teilen der Welt werden Kinder vom Privatchauffeur oder im Helikopter zur Schule gebracht. Südtirols Schulkinder bewegen sich meist zwischen diesen Extremen. Zwar kann der Weg vom Hof zur Schule im Tal oft lange dauern, und im Winter nicht besonders angenehm sein. In fast jedem Siedlungsraum gibt es aber zumindest eine Grundschule, die bequem erreicht werden kann. Besonders bei Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen ist der  Weg dorthin jedoch nicht immer sicher. Viele Eltern bringen ihre Kinder deshalb auch dann mit dem Auto zur Schule, wenn der Weg nur kurz ist. Ein Teufelskreis, der die Verkehrsgefahren auf dem Schulweg noch weiter erhöht, denn je mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, desto verkehrsreicher und gefährlicher ist der Schulweg für alle anderen Kinder. Um den Teufelskreis zu durchbrechen und Straßen wie Eltern zu entlasten, wurde das Projekt „Pedibus“ ins Leben gerufen. Kinder gesund und sicher zur Schule zu bringen – und das ohne Auto, sondern in der Gesellschaft ihrer Mitschüler, lautet der Auftrag.

Der Name Pedibus steht für einen „Bus auf Füßen“: Die Schulkinder werden an vereinbarten „Haltestellen“ von einer erwachsenen Person, dem Pendant zum Busfahrer, abgeholt und zur Schule gebracht. Auf den Weg dorthin werden Kinder an den jeweiligen Haltestellen abgeholt, und das nach einem fixen Fahrplan. Für die „Rückfahrt“ nach Hause wird dasselbe System benutzt.  Ein zusätzlicher Gewinn: Die Kinder lernen schon früh, sich selbstständig im Straßenverkehr zu bewegen.
Eine Pedibus-Initiative wurde im Rahmen des Interreg -Gemeinschaftsprojekts  „Mobilität ohne Barrieren“ vom Klimabündnis Tirol, dem Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige, der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol/Abteilung Mobilität und dem Land Tirol ins Leben gerufen. Wie auch in anderen Ländern und Regionen konnten mit dem Pedibus in den Gemeinden Branzoll, Deutschnofen, Tisens und Wattens (Nordtirol) sehr gute Erfahrungen gesammelt werden. Ein weiterer Pedibus verkehrt in Dorf Tirol. Dort sorgte eine Initiativgruppe im Rahmen des Projekts „Nachhaltige Mobilität Burggrafenamt“ (NaMoBu) für sichere und emissionsfreie Schulwege.

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