Foto: STA AG/Zambiasi

02.03.2017 - #smartunterwegs: Aktionspaket für nachhaltige Mobilität vorgestellt

News Elektromobilität

02.03.2017

Am 02. März wurde das Maßnahmenpaket #smartunterwegs vorgestellt, das eine jährliche Förderung von 10 Mio. € für die nachhaltige Mobilität in Südtirol vorsieht. Das Aktionspaket umfasst Maßnahmen in den Bereichen Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und Verkehrsverbesserung, darunter eine Ankaufprämie von 4.000 Euro für Elektro-Fahrzeuge.

Südtirol soll sich zu einer Modellregion für nachhaltige alpine Mobilität entwickeln. Dafür bündeln die Ressorts für Wirtschaft, Energie und Umwelt sowie Mobilität und Verkehrsnetz nun ihre Kräfte. Die ersten konkreten Schritte zur Umsetzung des umfangreichen Maßnahmenpakets für nachhaltige Mobilität unter dem Leitthema #smartunterwegs haben Landeshauptmann Arno Kompatscher, Umweltlandesrat Richard Theiner, Mobilitätslandesrat Florian Mussner, Green-Mobility-Koordinator Harald Reiterer (STA) und Alperia-Generaldirektor Johann Wohlfarter am 2. März in Bozen präsentiert. Die breite Palette an Maßnahmen reicht dabei von der Förderung des Radfahrens über den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel bis hin zur Förderung der Elektromobilität. Ausgearbeitet hat den umfassenden Entwicklungsplan die eigens von der Landesregierung eingesetzte Arbeitsgruppe „Green Mobility“.

„Mit einer Ankaufprämie von 4.000 Euro auf den standardisierten Listenpreis von E-Autos, davon 2.000 Euro vom Land und 2.000 Euro von den Autohändlern, wollen wir eine zukunftsgerichtete Kaufentscheidung anregen“, betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher. E-Fahrzeuge gibt es in zwei technologischen Formen, und zwar als Elektrofahrzeuge mit Batterien und als Brennstoffzellenfahrzeuge mit Wasserstofftank, beide werden gefördert. Zusätzlich gibt es fünf Jahre Befreiung von der Autosteuer und danach einen reduzierten Steuersatz von nur 22,5 Prozent des regulären Steuersatzes. Für sogenannte Plug-In-Hybride (Fahrzeuge mit Verbrennungs- und Elektromotor, die auch an der Steckdose geladen werden können) gibt es eine Ankaufprämie von 2.000 € (1.000 € vom Land, 1.000 € vom Händler). Die Kaufprämien sollen ab Mai 2017 starten. Die Abwicklung der Kaufprämien für Private erfolgt dabei unbürokratisch über die Händler, die ihrerseits eine Konvention mit dem Land abgeschlossen haben. Unternehmen und Wirtschaftstreibende hingegen werden ein Gesuch bei der Abteilung Wirtschaft einreichen.

Das Aktionspaket umfasst auch Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung. Umweltlandesrat Theiner erklärte, dass bei der Raumentwicklung das Prinzip der kurzen Wege gilt, nämlich kompakte Siedlungen statt Zersiedelung der Landschaft und attraktive Ortskerne statt Attraktionspunkte auf der grünen Wiese.

Mobilitätslandesrat Mussner erklärte, dass das Konzept auch ein nachhaltiges Miteinander aller Mobilitätsformen vorsieht und Mobilität und Lebensqualität vereinen will. Auch der Fuhrpark der öffentlichen Einrichtungen soll schrittweise auf emissionsfreie Fahrzeuge umgestellt werden: Die öffentliche Verwaltung geht mit gutem Beispiel voran und wird – außer in gut begründeten Ausnahmefällen – nur noch Elektrofahrzeuge ankaufen. In Vorbereitung ist derzeit auch ein eigener Fördertopf, über den Initiativen für nachhaltige Mobilität von privaten und öffentlichen Organisationen unterstützt werden sollen.

Wichtig sei auch die Förderung für Kleinmofas (30 Prozent, bis maximal 1.000 Euro) und Lastenfahrräder (30 Prozent, bis maximal 1.500 Euro), die es jeweils für Betriebe gebe. Auch Ladestationen sollen in Kürze mit maximal 1.000 Euro gefördert werden (für Unternehmen ab Mai; für Private im Laufe des Sommers, weil noch ein Gesetz geändert werden muss).

Die Energiegesellschaft Alperia unterstützt das Land beim Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur, damit sich die Fahrer von E-Fahrzeugen sicher bewegen können. Zurzeit hat Alperia 32 Ladestationen und zählt 1.000 Ladevorgänge pro Monat. Für die E-Fahrzeug-Nutzer ist ein umfangreiches Servicepaket geplant mit verschiedenen Angeboten für Ladestationen (home, business, destination und fast charger) sowie maßgeschneiderten Tarifsystemen und Auflademöglichkeiten ebenso wie Pannenhilfe, Schulungen und ein Callcenter.

Neben der Förderung der E-Mobilität werden nun laufend weitere Maßnahmen aus dem Paket von #smartunterwegs umgesetzt, an dem Vertreter der Landesabteilungen Wirtschaft, Mobilität, Raumordnung, der Landesagentur für Umwelt, des Gemeindenverbands, des Südtiroler Energieverbands SEV, des Wasserstoffzentrums IIT, der Alperia, der STA - Südtiroler Transportstrukturen AG und der Organisation Carsharing unter dem Vorsitz von Florian Zerzer ein Jahr lang gefeilt haben.

Übersicht Maßnahmenpaket (PDF)

Übersicht Förderungen für E-Fahrzeuge (PDF)

Weitere Informationen: www.provinz.bz.it

Video „Elektromobilität in Südtirol“: www.youtube.com

diesen Artikel teilen